Alois Selker ganz persönlich: Sehen wir uns im Wettbewerb zwischen Bio und Konventionell? Natürlich NICHT!!

Im Jahr 2016 ist es uns gelungen, eine kleine aber wirklich feine Ernte von BIO-Kürbiskernen von Innviertler BIO-Landwirten einzufahren. Wir haben daraus ein kräftiges, nussiges pramoleum-Kürbiskernöl gemacht und die großen dunklen Kerne zum Knabbern und Verarbeiten abgefüllt – innerhalb kürzester Zeit waren unsere Bio-Produkte ausverkauft.

Seither bekomme ich immer wieder mal die Frage gestellt, ob wir uns im Wettbewerb zwischen Bio und Konventionell sehen?

Kurz geantwortet: Natürlich nicht!!

Meine ausführliche Antwort darauf gibt es im heutigen Blog-Beitrag…

Ganz prinzipiell meine ich, dass die Motivation, wie produziert wird, jeder Bauer in sich/mit sich trägt. Und beide – sowohl die österreichischen Bio-Erzeuger als auch die konventionelle Landwirtschaft - im Rahmen ihrer Möglichkeiten hervorragende Arbeit leisten.

Ich bin aber auch der Meinung, dass sich Landwirtschaft lohnen muss!!

Dass das so ist oder wird, haben wir selbst in der Hand. Wir sind nicht das letzte Glied in der Kette, sondern das erste! Wir bestimmen den Anfang und manchmal auch das Ende der Kette. Den Anfang mal ganz sicher…

Die regionalen - im Sinne von österreichischen - Bioprodukte sind viel zu billig! Um hier angemessen wirtschaften und wertschöpfen zu können, müssten die heimischen Bio-Produkte zum Teil doppelt bis dreifach so teuer sein. Nur wenn wir es schaffen, die Preise auf ein angemessenes Niveau zu bringen, kann das System der Kreislaufwirtschaft zum Wohle aller funktionieren. 

Außerdem ist der Einsatz für Naturschutz und Umweltschutz umsonst, wenn wir das Thema nicht bei der Wurzel anpacken. Die Wurzel ist nun mal eine faire Preisgestaltung von landwirtschaftlichen Urprodukten. Kein ladwirtschaftlicher Betrieb ist im Stande, die Arbeit ohne Synergien auf diesem Niveau zu machen. 

Die Landwirtschaft generiert Wertschöpfung durch Nahrungsmittelerzeugung und Landschaftspflege und das Ergebnis ist ein funktionierender Tourismus. Und durch die Investitionsbereitschaft der Landwirte, um die oben genannte Wertschöpfung zu erzielen, können Landmaschinenfirmen, Baufirmen, Handwerks- und Dienstleistungsbetriebe und viele weitere Unternehmen zum Arbeitgeber werden. 

Daher brauchen wir meiner Meinung nach 

1.) Gesetzliche Rahmenbedingungen, dass Lebensmittel aus dem Aktionismus-Programm herausgenommen werden müssen. Ich bin kein Freund von "alles muss der Staat oder die Politik regeln" ´, aber in diesem Fall sehe ich auf Grund der Brisanz der Thematik wenig andere Chancen. Wir müssen hier schnell und effizient handeln! JETZT!

Aus Wettbewerbsgründen traut sich keine Handelskette Vorreiter für eine Anti-Aktionismus-Kampagne zu sein. Obwohl allen bewusst ist, dass es in der Nahrungskette durch "Aktionismus" nur Verlierer gibt. 

2.) Lebensmittel aus bäuerlicher Erzeugung bzw. Landwirtschaft haben nichts in Eigenmarken- & Discount-Programmen verloren. 

3.) Die Transparenz ist ein hohes Gut und auch ein hohes Recht. Ein Recht für uns alle! Zu wissen was wir kaufen! Zu wissen was wir bekommen! Vertrauen können, dass das, was am Etikett steht, auch drinnen ist! 

4.) Zur Stärkung der Landwirtschaft und der Nahrungsmittelerzeugung brauchen wir das Unterrichtsfach "Lebenskunde" als Pflichtfach bereits in der Volksschule! Die Ausbildung muss bei den Lehrkräften beginnen. Wie weit viele Lehrkräfte von der Realität der Lebensmittelerzeugung entfernt sind, ist grausam. Und mehr als bedenklich – sie sind es, die unsere Kinder (mit)bilden, unsere Fachkräfte und unsere Kunden von morgen aus. Da fällt mir das Sprichwort ein "Der Fisch fängt beim Kopf zu stinken an"! Wenn wir uns den Wohlstand bewahren wollen, ist vermutlich das Unterrichtsfach „Lebenskunde“ wichtiger als in der Pflichtschule Mathematik mit Buchstaben zu interpretieren…Da frage ich mich schon ab und an, wo der Blick für das Wesentliche bleibt? 

Und nicht nur aber gerade auch deswegen, freue ich mich über jede Einladung als Vortragender in Schulen bzw. über jede Schüler-Gruppe, die uns im Schloss Sigharting besuchen kommen.  Wo wir, als Erzeuger die Möglichkeit bekommen, direkt zur Bewusstseinsbildung des Konsumenten von morgen beitragen können…

In diesem Sinne, packen wir es an! Als erstes Glied in der Kette an, zum Wohle von allen!

 

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